Hier beginnt die "Riviera del Garda", jener westliche Küstenstreifen, den seine besonders geschützte Lage und sein fruchtbares Land berühmt gemacht haben. Er reicht von Gargnano bis Salò.
Die gebietsmäßig größte Gemeinde der Brescianer Riviera mit ihren 13 Orten baut sich einem Amphitheater ähnlich am Berghang auf. Zitronenbäume, Palmen und mächtige Zedern zieren die terrassenförmige Landschaft. Lediglich die Orte Bogliaco, Villa und Gargnano selbst liegen direkt am See.
Zentrum der Siedlung ist der alte, hübsche Dorfkern rund um den kleinen, verträumten Hafen von Gargnano. Der Überlieferung nach wurden die Zitruskulturen von den Franziskaner-Mönchen eingeführt, die am südlichen Ortsrand 1266 ein Kloster gründeten. Eine kleine Oase ist der Kreuzgang, der sich rechts neben der Kirche San Francesco befindet (am Ortseingang).
Im Volksmund heißt er der "Steinzitronengarten", denn die gotischen Arkaden werden von Säulen getragen, deren Kapitelle mit Zitronen, Orangen und Laubwerk verziert sind.
Hier findet man die typische "Gardasee-Landschaft" vor. Bei Gargnano hat der See mit 374m seine tiefste Stelle.
Kurz nach Gargnano liegt das Schloss des Grafen Bettoni inmitten eines herrlichen Parks mit prunkvollen Statuen.
Es lohnt sich auch einen Abstecher die Berge hinauf zum ruhigen Natur-Stausee Lago Valvestino zu unternehmen. Sie werden mit einem herrlichen Blick auf den See belohnt. Eine schluchtartige Gebirgslandschaft mit winzigen Dörfern erwartet Sie.
1943 stand Gargnano kurz im Rampenlicht der Politik, als Benito Mussolini hier die Residenz seiner "Republik von Salò" aufschlug. Die Macht des Duce bestand nur noch auf dem Papier, solange ihn Hitler noch als Marionette benötigte und ihn deshalb Diktator einer "Limonen-Republik" spielen ließ.
Der Palazzo Feltrinelli diente ihm kurz als Staatskanzlei, die Villa Feltrinelli in Gargnano als Wohnsitz.
Der Papiermagnat Feltrinelli hatte sie als Sommerresidenz in neogotischem Stil im 19. Jh. errichten lassen. Ironie des Schicksals: Mussolinis unfreiwillige Residenz gehörte den Eltern des ultralinken Verlegers Giangiacomo Feltrinelli.
Heute verwöhnt die Villa als 5 Sterne Hotel ihre Gäste in einem 3,2 ha großen Park.