Desenzano

Das mittlerweile 22.000 Einwohner zählende, am Südwestende liegende und schon zur Lombardei gehörende Desenzano ist vor Riva der größte Ort am Gardasee und wohl auch der geschäftigste: der Handel wird in der bereits zu prähistorischer Zeit besiedelten Hafenstadt seit Jahrhunderten betrieben und gepflegt.

Gepflegt wird hier auch das Nachtleben. Diskotheken gibt es reichlich - nicht zufällig hat Desenzano eine Städtepartnerschaft mit St. Juan Le Pins an der Côte d'Azur.
Im Sommer kann hier auch unter freiem Himmel getanzt werden. Wer hier gerne auf den Putz hauen will wird auch in Bardolino fündig.

Meistens wird Desenzano vom Touristenstrom etwas vernachlässigt, obwohl es seinen Gästen viel zu bieten hat: Der Duomo Santa Maria Maddalena aus dem 16. Jh. ist Sitz des Bischofs und beherbergt ein Ölgemälde das Letzte Abendmahl von Giambattista Tiepolo.
Vom Castello hat man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt und den See. Der Porto Vecchio wird von venezianischen Palazzi und Promenadencafés gesäumt. In der Villa Romana kann man figurenreiche, römische Mosaike und kunstvolle Alltagsgegenstände besichtigen.

Geschichte von Desenzano

Gebeutelt von den räuberischen Ungarn (10. Jh.) und den Kämpfen zwischen Brescia und Verona (13. Jh.), kehrte Ende des Mittelalters (1426) unter venezianischer Herrschaft wirtschaftlicher Wohlstand und politische Ruhe ein.

Der Hafen wurde zum größten und bestausgerüsteten Warenumschlagplatz Norditaliens ausgebaut. Um das Hafenbecken zu begrenzen, schaffte man enorme Felsmassen und Steine herbei. Zudem wurden große Getreidelager direkt am Hafen gebaut. Heute ist der Hafen der Ausgangspunkt der Schifffahrtslinien über den See.

Musterbeispielhaft ist der Arkadenbau an der Piazza Malvezzi, in dem heute die Touristen-Information untergebracht ist.

Die Erzeugnisse der gesamten südlichen Gardaseeregion, hauptsächlich Getreide und Wein, wurden von Desenzano nach Riva verschifft, um dann über die Alpen nach Nordeuropa transportiert zu werden. Betuchte Geschäftsleute und Kaufmänner bauten sich hier, am Puls des Geschehens, ihre Palazzi und betrieben regen Handel. Selbst bei schlechtem Wetter konnten die Geschäfte unter den Arkaden des einstigen Marktplatzes, der Piazza Malvezzi, abgewickelt werden.

Umgebung

Wer den Gardasee bis zum Nordufer überblicken will, sollte sich nach Belvedere begeben. (2 km nordwestlich)
Die Abtei von Maguzzano ist eine mächtige Klosteranlage aus dem
10. Jh.

5 km nordwestlich von Desenzano liegt Padenghe, ein altertümlich wirkendes, um die mittelalterliche Burg entstandenes Dorf.


Südwestlich von Desenzano befindet sich die barocke Kleinstadt Lonato mit ihrem monumentalen Kastell aus dem 14. Jh. In dessem Wächterhaus ist ein Museum untergebracht, in dem praktisch alle in Italien vorkommende Vogelarten untergebracht sind.


Weiters gibt es noch den Freizeitpark La Quiete mit Kinderspielplätzen, Sportanlagen, Gärten etc. (April bis Oktober)

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