Riva ist heute mit seinen 15.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt am See. Und kaum ist der Sommer da, verdreifacht sich ihre Zahl. Wie kaum anders zu erwarten, findet man auch in diesem Küstenort eine wehrhafte Scaligerburg, einen schönen alten Hafen und eine Menge eisessender Touristen. Um Riva kämpften die Scaliger aus Verona, die Visconti aus Mailand und die Venezianer, denn schon zu Zeiten der Römer galt Riva als die begehrteste Anlegestelle an der nördlichsten Seespitze. Im Mittelalter war Riva ein bedeutender Handels- und Umschlagplatz für Waren aus dem Süden und Norden. Heute ist Riva die Verwaltungsstadt der nördlichen Seehälfte und wichtiger Ausgangspunkt für die Gardasee-Schifffahrt. Das historische Stadtzentrum ist weitgehend erhalten. Nicht zuletzt darum ist es sehr sehenwert mit seinen venezianischen Palästen, Laubengängen, schmalen Gässchen und vielen eleganten Geschäften. Das prägende Glanzstück Rivas ist der Hafen mit seinem Uhrturm von 1273, das Wahrzeichen der Stadt. Beachtenswert sind auch die Stadttore San Michele und San Marco und die Rocca - eine Wasserburg von 1124 - die heute das Museo Civico beherbergt.
Die Altstadt vermittelt noch den Hauch jener Zeit, als es Künstler, Dichter und andere Schöngeister ins Land der Sehnsucht - Italien - zog.
Übrigens erreicht man Riva mit dem Auto über einen nicht ganz unspektakulären Weg: Die Tunnelsstraße von 1926 im Westen von Limone und im Osten von Torbole ? eine Straße mit rund 70 Tunneln, die sich durch die riesigen, teils fast senkrecht abfallenden Felswände schlängeln, winden und kräuseln.
In einem wesentlichen Punkt jedoch unterscheidet sich Riva von all den anderen Dörfern und ihren Bewohnern. Hier hat der Gardasee seinen ganz besonderen eigenen Reiz. Sein Blau ist intensiver, das Sonnenlicht heller und die Luft, dank der nahen Berge kristallklar. Rundherum gedeiht eine unglaubliche Mittelmeervegetation, Zitronen und Olivenbäume, Palmen und Lorbeersträucher bereichern den bunten Wechsel der Jahreszeiten.
Hier in Riva, wo der nördlichste Teil des Gardasees endet, um knapp ein Stückchen weiter der imposanten Brentagruppe Platz zu machen, kann der Feriengast einen vielseitigen, abwechslungsreichen Aufenthalt geniessen: Kunst und Geschichte, Sport und Kultur verbunden mit herzlicher Gastfreundschaft und erstklassigem Service.
Eine interessante Mischung aus italienischer Eleganz und Leichtigkeit, gepaart mit Südtiroler Bodenständigkeit und Tradition.
Dazu tragen sicher auch die steil über Riva emporragenden, schroffen Ausläufer der Trentiner Alpen bei, die unweigerlich an Südtirol erinnern. Doch der entscheidende Grund ist sicherlich, dass Riva als einziger Ort am See über ein Jahrhundert lang (1815-1918) unter der Herrschaft der Österreicher stand, bis schließlich die italienischen Truppen am 3. November 1918 im Hafen landeten und den Belagerern die Stadt endgültig entrissen.
Wer sich für militärische Anlagen interessiert, sollte unbedingt einen Ausflug auf den Monte Brione unternehmen. Neben dem wunderbaren Ausblick auf die Nordbucht des Gardasees wird der Besucher mit Einblicken auf den Befestigungsirrsinn des 19. Jh.s. belohnt. (Forte San Nicolò, Forte Garda, Forte San Alessandro)
Der spektakulärste Wasserfall der Region kann im Ortsteil Varone bewundert werden: Die Wassermassen stürzen fast 100 Meter in eine Klamm, die von März bis Oktober täglich, in den übrigen Monaten nur am Sonntag Nachmittag zugänglich ist.
Nur 6 km nordwestlich von Riva liegen der Lago di Tenno und der Lago di Ledro, ein Stausee auf 700 m Höhe. In seinem Uferbereich werden rekonstruierte Pfahlbauhütten Ihre Blicke anziehen. Dort stand einstmals ein bronzezeitliches Seeuferdorf auf über
10 000 Pfählen. Rund 3600 Jahre alt soll ein Boot sein, das im Torfboden teilweise erhalten blieb. Weitere Eindrücke werden Ihnen im Museo delle Palafitte in Molina di Ledro vermittelt. (Di.-So. 10.00 -13.00 und 14.00 - 17.00 Uhr)
